Aus aktuellem Anlass: Wolfsriss am Freitag, 31.07.2026, in den Schafherden der Schäferei
Bährs und eines Nachbarschäfers im Neufelderkoog an der schleswig-holsteinischen
Nordseeküste.
IDEOLOGEN SCHIESSEN EIGENTOR
Am Freitag, den 31. Juli 2026, hat der Wolf auch unsere Schafherde an der Nordseeküste erreicht.
Gerissen wurden Schafe auf dem Landesschutzdeich und den Salzwiesen des Neufelderkoogs –
bei uns und bei einem benachbarten Schäfer.
DAS BESONDERE DARAN: Hier trifft der Schutz des Wolfes unmittelbar auf Küstenschutz und den
Schutz einer anderen bedrohten Tierart.
Unsere Schafe sind nicht nur Nutztiere. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Küstenschutzes
und gleichzeitig wichtige Helfer beim Erhalt eines der bedeutendsten Artenschutzprojekte
Schleswig-Holsteins.
KÜSTENSCHUTZ FUNKTIONIERT NICHT OHNE SCHAFE.
Der Landesschutzdeich sowie die Salzwiesen und Vorländereien werden von uns vom Land
Schleswig-Holstein gepachtet und mit unseren Schafen bewirtschaftet. Die Deichschäfereien sind
dabei keine Dienstleister, sondern eigenständige landwirtschaftliche Betriebe.
DIE BEWEIDUNG ERFÜLLT JEDOCH EINE WICHTIGE ÖFFENTLICHE AUFGABE:
Mit ihrem „goldenen Biss“ und „goldenen Tritt“ halten die Schafe die Grasnarbe kurz und verdichten sie mit ihren Klauen.
So tragen sie dazu bei, dass der Landesschutzdeich dauerhaft widerstandsfähig gegenüber Sturmfluten bleibt.
WOLFSABWEISENDER ZAUN UND HERDENSCHUTZHUNDE:
Ein wolfsabweisender Zaun ist auf dem Landesschutzdeich praktisch nicht umsetzbar.
Herdenschutzhunde sind auf unseren gepachteten Deichflächen laut Pachtvertrag nicht
erlaubt. Gleichzeitig müssen die Deiche weiterhin für Spaziergänger und Radfahrer zugänglich
bleiben.
HINZU KOMMT: Zum funktionierenden Küstenschutz gehört auch die Winterweide im Binnenland.
Küstenschutz durch Schafe lässt sich deshalb nicht auf die Sommermonate oder ausschließlich auf
den Deich reduzieren.
ARTENSCHUTZ LACHSEESCHWALBE - EIN LEUCHTTURMPROJEKT DES LANDES
Im Neufelderkoog kommt eine weitere Besonderheit hinzu.
Auf den Salzwiesen unseres Pachtstücks befindet sich die letzte Brutkolonie der Lachseeschwalbe
in Nordwesteuropa. Ihr Schutz gilt als Leuchtturmprojekt des Landes Schleswig-Holstein.
Die Schäferei Bährs trägt mit ihren Schafen seit vielen Jahren unmittelbar zum Erhalt dieser seltenen
Vogelart bei.
Durch die zunehmende Aufgabe der Beweidung von Vorlandflächen entlang der
schleswig-holsteinischen Nordseeküste sind kurz gehaltene Salzwiesen immer seltener geworden.
Im Neufelderkoog befinden sich noch großflächig bewirtschaftete und beweidete Salzwiesen – und
genau diese Flächen benötigt die Lachseeschwalbe.
Als Bodenbrüter ist sie auf kurze und offene Vegetation angewiesen. Diese Bedingungen schaffen
unsere Schafe mit ihrem tiefen Verbiss und ihrem Tritt.
Gleichzeitig müssen die Brutflächen vor Prädatoren geschützt werden. In hochgewachsenen
Salzwiesen finden beispielsweise Fuchs, Dachs oder Marderhund Deckung. Deshalb gehört seit
vielen Jahren auch ein gezieltes Prädatorenmanagement zum Schutz der Lachseeschwalbe.
WENN ARTENSCHUTZ AUF ARTENSCHUTZ TRIFFT
Und genau hier zeigt sich der Konflikt:
Der Schutz des Wolfes trifft im Neufelderkoog unmittelbar auf den Schutz der
Lachseeschwalbe sowie auf den Küstenschutz.
Über viele Jahre gehörten Wolf und Lachseeschwalbe zu den besonders streng geschützten Arten.
Während der Schutzstatus des Wolfes inzwischen auf europäischer Ebene abgesenkt wurde, genießt
die Lachseeschwalbe weiterhin einen besonders hohen Schutzstatus.
Für uns als Schäferei ist dieser Konflikt keine theoretische Diskussion. Er findet direkt auf unseren
Weideflächen statt.
Unsere Schafe schützen durch ihre Beweidung den Deich. Gleichzeitig schaffen und erhalten sie den
Lebensraum für eine der seltensten Brutvogelarten Nordwesteuropas. Und genau diese Schafe sind
nun selbst einem Prädator ausgesetzt, gegen den die üblichen Herdenschutzmaßnahmen auf diesen
Flächen kaum beziehungsweise gar nicht umgesetzt werden können.
Hier hat ein einseitig betrachteter Artenschutz ein Eigentor geschossen.
Der Wolfsriss vom 31. Juli zeigt deshalb ein grundsätzliches Problem: Küstenschutz,
Landwirtschaft und Artenschutz können an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste nicht
getrennt voneinander betrachtet werden.
Die Zusammenhänge sind komplex. Wer eine Art schützen möchte, muss auch berücksichtigen,
welche Auswirkungen dieser Schutz auf andere Arten, auf die Bewirtschaftung unserer
Kulturlandschaft und auf den Küstenschutz hat.
Unsere Schafe leisten mit ihrem „goldenen Biss“ und „goldenen Tritt“ seit Generationen ihren
Beitrag dazu, dass die Deiche und Salzwiesen ein Bollwerk gegen die Nordsee bleiben – und
gleichzeitig wertvoller Lebensraum für bedrohte Arten erhalten wird.
Weitere Informationen über die Bedeutung des Schafes für Küsten- und Artenschutz findet Ihr auf
unserer Wissens-Webseite www.schafe-for-future.de.
Eure Familie Bährs
Schäferei & Ferkelhof in Neufelderkoog, im Landkreis Dithmarschen, in Schleswig-Holstein direkt an der Nordseeküste
Wir nehmen Euch mit auf unseren Hof und zeigen Euch, wie das Leben auf unserem voll bewirtschafteten Bauernhof in einer Deichschäferei mit Lammfleischerzeugung, als Küsten – und Artenschützer, als Ferkelerzeuger und als Direktvermarkter von Lammfleisch, Schaffellen und Schafwollprodukten aus der Deichschafwolle der eigenen Schafen ist.
Unsere Familie lebt von und mit der Natur und der Naturgewalt Nordsee.
NEU: Fleisch vom Strohschwein
Ab Mai 2026 erhaltet Ihr auch leckeres Fleisch vom Strohschwein bei uns.
Wissen über die Landwirtschaft & die natürliche Ernährung des Menschen
Seit Januar 2025 gibt es die Wissens-/Webseite: landwirtschaft-for-future.de
"Landwirtschaft & Ernährung sind der Grundstein unser aller Leben."
Eure Familie Bährs
Die Ausbildung zum/r Landwirt/in und zum/r Tierwirtin Schwerpunkt Schafhaltung ist bei uns möglich. Auch Praktikantinnen und Praktikanten haben die Möglichkeit bei uns einen Platz zu bekommen.
Wir sind ein junges Team.
Schafe for future
Das Schaf, die Schafhaltung, der Küsten- und Artenschutz - Praktiker/innen aus Schleswig-Holstein erklären.
Wissens-/Webseite
Schweine for future
Schweinehaltung in Deutschland - Praktiker/innen aus Schleswig-Holstein erklären.
Wissens-/Webseite